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Der Strubbelköter – ein modernes Märchen

Nachdem mir mein Verlag nach fast 23 Jahren im Lektorat mit einem schlichten Vierzeiler ohne Angaben von Gründen gekündigt hat (wer meinen Artikel »Das Leben ist keine Roman-Stunde, sondern Meine Wahrheit« gelesen hat, wird anders darüber denken), bin ich doch froh, gewisse Entwicklungen vorausgesehen zu haben. Denn bereits ein Vierteljahr vor der Kündigung habe ich mit meiner neuen Lebensplanung begonnen.


Der letzte Satz ist besonders lustig, denn ich habe weder jemals Arbeitsmaterialien für mein Homeoffice zur Verfügung gestellt bekommen – geschweige denn Schlüssel oder Transponder besessen. Immerhin sind nur zwei Kommafehler im Text.

In Zukunft werde ich nur noch das machen, was mir wirklich Freude bereitet. Und wenn es gut läuft, kann ich damit sogar meinen Lebensunterhalt bestreiten.

Als die drohende Pleite meines Arbeitgebers offenbar wurde, habe ich überlegt, was ich außer Lesen und Schreiben und Autofahren eigentlich noch so kann. Ach ja, ich kann Hunde!, fiel mir ein. Bei CANIS-Zentrum für Kynologie habe ich von 2003 bis 2007 eine Ausbildung zur Hundetrainerin und Verhaltensberaterin absolviert, aber tatsächlich nur kurz und nebenbei als solche gearbeitet, weil 2009 Kind Nummer zwei Vorrang hatte, ich ja noch für das Lektorat arbeitete und somit die Zeit fehlte für meinen Qualitätsanspruch an das Trainerinnen-Dasein. Es ist ja nicht nur die Stunde, die man gibt, das Training will auch vor- und nachbereitet werden.

Okay, ich könnte also wieder als Hundetrainerin arbeiten, die inzwischen dafür notwendige Genehmigung vom Kreisveterinäramt wurde mir aufgrund meiner hervorragenden Ausbildung (mit Seminaren u.a. bei Hellmuth Wachtel, Dorit Feddersen-Petersen, Michael Grewe und Nadin Matthews) vom Schreibtisch aus erteilt. Da ich aber nicht davon überzeugt bin, dass man von dieser Arbeit allein leben kann, interviewte ich noch eine befreundete Hundefriseurin in Rheinland-Pfalz, Sabine Lanzerath, um herauszufinden, ob dieser Job etwas für mich sein könnte. Ich hatte selbst bislang nur Hunde, deren Fellpflege nicht besonders zeitintensiv ist.


Das sind meine unstrubbeligen Köter, meine Europäischen Schlittenhunde (Scandinavian Hounds): Peanut (*2016), Vitesse (*2020) und unten drunter Musha (*2011)

Nach diesem Gespräch war ich infiziert und machte mich sogleich auf die Suche nach einer passenden Ausbildungsstätte. Man muss zwar keine Ausbildung vorweisen, um sich als Hundefriseurin selbstständig zu machen. Aber wenn ich etwas mache, möchte ich das auch richtig gut können. So fand ich also zwei Ausbildungsstätten in der näheren Umgebung und entschied mich für einen Probetag in der einen.

Was soll ich sagen? Es hat mir ausnehmend gut gefallen, sodass ich mich für die 6500 Euro teure Ausbildung bei einer der besten Hundefriseurinnen Deutschlands, Anja Reiteritsch, angemeldet habe.


Ausbildung erfolgreich bestanden. Anja Reiteritsch überreicht mir das hart erarbeitete Zertifikat.

Ausbildungsstart war haargenau an meinem 50. Geburtstag. Ich finde, das ist ein obergutes Omen. Es folgten die anstrengendsten acht Wochen meines Lebens, kann ich sagen. Aber rund 500 Hunde, 320 Stunden und 215 Lernkarten später kann ich sagen: Es hat sich gelohnt!

Parallel zu dieser kräftezehrenden Zeit habe ich meine geliebte Ferienwohnung auf der Insel Poel verkauft und von dem Erlös mein Elternhaus in einen Hundesalon umbauen lassen. In den »Strubbelköter«, inzwischen sogar eingetragene Wortmarke. Der Strubbelköter ist Hundesalon, Hundeschule und Hundetagesstätte. Ein Traum.


So sieht es im Strubbelköter aus: großer Salonbereich mit einzigartiger »Waschstraße«, exklusiv für mich entworfen und gebaut. Selbstverständlich mit modernster Klimaanlage.

Vor einigen Wochen habe ich drei Hundeleute nebst ihren Hunden in den Salon eingeladen und meine Immerfreundin, Journalistin, Fotografin, Autorin und Dozentin Andrea Lammert vom Blog Indigo-Blau hat meine Arbeit fotografisch festgehalten. Ganz besonders glücklich bin ich darüber, dass sie den schönsten Moment überhaupt eingefangen hat.

Das war, als Terrier-Mix Charly mir sein Vertrauen geschenkt hat. Charly hatte nie zuvor mit einem Hundefriseur Kontakt und veranstaltet beim Tierarzt regelmäßig großes Theater, wenn dieser ihm mit der Nadel an den Pelz will; ein echter Terrier eben, der kurz davor ist, die Weltherrschaft zu übernehmen. Zu Beginn meiner Behandlung hat er derart gezappelt, dass er fast vom Tisch gefallen wäre, zweimal hat er versucht, mich zu beißen. Ich habe ganz ruhig weitergearbeitet, getrimmt, um genau zu sein. Und dann kam da dieser ganz besondere Moment. Ich hätte fast geweint und wusste in diesem Moment: Ja! Das ist es, was ich machen möchte.


Charly schenkt mir sein Vertrauen. Ein unfassbar schöner Moment, den ich nie vergessen werde.

Und selbstverständlich kommt mir hierbei meine einstige Hundetrainerinnen-Ausbildung zugute. Hundeverhalten zu beobachten, einzuschätzen und das Richtige im richtigen Moment zu tun, das hilft im Salonbetrieb dabei, die für den Hund grundsätzlich unangenehme Situation ein wenig erträglicher zu machen.

Weil aller guten Dinge drei sind, betreibe ich noch eine kleine und exklusive Hundetagesstätte mit maximal vier Hunden in einer festen Gruppe. Es ist wundervoll, den ganzen Tag von einer Menge Hunde umgeben zu sein. Ich wollte ja eigentlich immer Tierärztin werden, hatte mir das nach dem Abi aber wegen meiner natürlichen Feinde Mathe, Physik und Chemie nicht zugetraut, es zwar im Alter von 30 noch mal halbherzig mit einer Bewerbung für Tiermedizin versucht, mit 45 nochmals ernsthaft darüber nachgedacht, es aber letztendlich doch nicht durchgezogen. Und nun kann ich sagen, dass ich es sensationell finde, Hundefriseurin geworden zu sein: Ich habe nur mit Hunden zu tun, sie sind auch in der Regel nicht krank, und eingeschläfert werden muss hier niemand. Bestens.

So kam es also, dass die Kündigung durch den Vater des Bio-Erbsensuppenkasper-Vox-Teilnehmers (»Das perfekte Dinner«) die beste Katastrophe meines Lebens wurde und ich so lange nichts von mir habe hören lassen.

Claudia Stieglmayr

Das Leben ist keine »Roman-Stunde«, sondern »Meine Wahrheit«!

Keine Lust, selbst zu lesen? Ich lese dir den Beitrag vor!

»Frauen sind die Verliererinnen in der Krise, weil sie schon vor der Krise Verliererinnen waren.« Das sagte Prof. Jutta Allmendinger in einem Interview im Beitrag »Corona-Mütter, Teil 3« des ARD-Magazins »Kontraste«. Hätte Christine Finke (Mama arbeitet) das nicht über Facebook verteilt, wäre mir dieser Beitrag entgangen, denn zum Fernsehen habe ich als berufstätige Homeschooling-Mutter schon lange keine Zeit mehr.

Gerade kocht in mir die ganze Wut der vergangenen zwanzig Jahre hoch, denn dieser Beitrag hat mein Innerstes berührt – und mich traurig, aber auch unfassbar wütend gemacht. Ich möchte gern allen jungen Frauen von heute sagen: »Lasst das nicht mit euch machen! Seid euch eures Wertes bewusst und begeht nicht die Fehler der Generation vor euch!«

Ich habe mich so viele Jahre unter Wert verkauft und niemals wirklich den Mut gehabt, für meine Belange zu kämpfen. Die Quittung war folgerichtig ein überaus mickriges Gehalt, was zu einer noch mickrigeren Rente führen wird. Als ungelernte Karton-Schubserin im Lager der Diddl-Maus oder als Schulbegleiterin verdient Frau genau so viel oder mehr. Ich habe studiert, aber was nützt das, wenn mit diesem Pfund nicht gewuchert werden kann? Dummerweise habe ich nämlich meinen Abschluss nicht gemacht, obwohl ich doch fertig war mit dem Studium und nur noch die Magister-Arbeit und die mündlichen Prüfungen zu leisten gehabt hätte.

Mehrarbeit, sonst…!

Warum? Weil mein Chef mich mit, sagen wir, deutlichen Worten davon »überzeugt« hat, dass es arbeitsplatztechnisch besser für mich wäre, mehr Stunden zu arbeiten, anstatt mein Studium zu beenden. Das war 1999 und kam so: Ich arbeitete bereits seit einem knappen Jahr 25 Wochenstunden für diesen Verlag und schrieb an meiner Magisterarbeit. Dafür hatte mir der Verleger vollmundig seine Unterstützung zugesichert. Bis er die Idee hatte, zusätzlich zu der von mir betreuten Roman-Zeitschrift eine weitere auf den Markt zu bringen. Diese Zeitschrift sollte ich konzipieren.

So willigte ich also zähneknirschend ein. Statt eines Magistra-Abschlusses an der Uni bekam ich ein wertloses Zeugnis über ein Verlagsvolontariat im Groschenroman-Verlag. Das durfte ich immerhin selbst formulieren. Es ist hervorragend…

Voller Einsatz für – NICHTS!

Rumjammern nützt gar nix.

So habe ich also bis zur Geburt meiner Tochter in 2005 unterbezahlt vor mich hin gearbeitet. Immerhin durfte ich ab 2000 meinen Hund mit ins Büro nehmen. Und einen Parkplatz vor dem Verlagshaus hatte ich auch. Zugesichert wurde mir ebenso die Leitung der Redaktion, als Kolleginnen kamen und mehr Zeitschriften produziert wurden. Das war allerdings die erste von vielen weiteren Enttäuschungen, die ich »verknusen« musste, wie der Hamburger sagt. Denn die Leitung erhielt jemand anderes.

Dass ich trotz Arbeitsverbotes während meiner ersten Schwangerschaft von daheim gearbeitet habe, damit meine Zeitschriften pünktlich erscheinen konnten, hat mir weder ein Dankeschön eingebracht noch eine Glückwunschkarte zur Geburt. Ach, und dass ich selbstverständlich diejenige gewesen bin, die drei Jahre zu Hause geblieben ist, ergab sich folgerichtig aus den drastisch unterschiedlichen Einkommen unseres Haushaltes.

Dann kam 2009 unser Sohn zur Welt. Um meinen Job nicht zu gefährden, habe ich auf zwei von drei Jahren Elternzeit verzichtet. Wie dumm! Seither arbeite ich in Homeoffice, meine Arbeit besteht nurmehr ausschließlich aus Korrektur und Satz, meine Vielseitigkeit liegt ungenutzt brach. Und seit vielen Jahren versuche ich verzweifelt, in die Vollzeit zurückzukehren. Ohne Erfolg. Herzlichen Glückwunsch.

Trotz allem war ich während jedes Urlaubs stets für meine Kolleginnen erreichbar, und vor zwei Jahren habe ich sogar vollständig auf Urlaub verzichtet, weil es mit dem Vorarbeiten anders nicht hingehauen hätte. Eine Traum-Arbeitnehmerin war ich über zwanzig Jahre lang. Fleißig, loyal und stumm. Schön blöd.

Zuschuss für das Homeoffice? Fehlanzeige.

Nicht einen Cent habe ich für die Einrichtung der Homeoffice vom Arbeitgeber erhalten.

Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass ich mein Homeoffice zwölf Jahre lang komplett selbst finanziert habe. Mir wurde weder ein PC noch Software oder ein Drucker oder Papier oder Toner oder oder oder zur Verfügung gestellt. Rien, niente, nada: gar nichts. Nachdem mein reales Einkommen seit Jahren sinkt, die Lebenshaltungskosten aber steigen, habe ich noch einen Vorstoß gewagt. Auf die schüchterne Anfrage, ob es nicht möglich wäre, dass der Verlag zumindest einen kleinen Teil der Kosten übernehmen könnte, erhielt ich nur die lapidare Antwort, dass ich ja schließlich schon reichlich vom Homeoffice profitierte, indem ich Fahrkosten sparte. Dankeschön.

So schrumpft Jahr für Jahr mit sinkendem Gehalt auch meine Begeisterung für diesen Job, der zum reinen Broterwerb verkommen ist. Statt euphorisch-verklärt Corporate Identity zu leben, übernimmt mehr und mehr der nüchterne Verstand die Regie. Wie schön, dass man im Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de) die Bilanzen seines Arbeitgebers verfolgen und deutlich erkennen kann, wann das Schiff zu sinken beginnt. Ich wäre wahnsinnig gern die allererste Ratte gewesen, die es verlässt. Aber auf mein Angebot am 27. Mai dieses Jahres, meinen Arbeitsplatz gegen eine Abfindung zur Verfügung zu stellen, ist mein Chef leider nicht eingegangen.

Und dann kam Corona

Die Vorteile der Corona-Krise nutzend, wurden im Mai 2020 Teile der Belegschaft lohnkostensparend in Kurzarbeit geschickt, vorgeblich um Arbeitsplätze zu sichern. Interessanterweise ist der Arbeitsanfall zumindest im Lektorat nachweislich keineswegs geringer: Zeitschriften und Heftromane haben keine Seite weniger, noch immer sind bestimmte Objekte an eine Agentur ausgesourct, 450-Euro-Kräfte wurden nicht eingespart.

Mein Gehalt wurde über den gesamten Mai auf Kurzarbeitergeld gekürzt, obwohl der Vertrag am 13. Mai rückwirkend zum 11. Mai geschlossen wurde (erhalten habe ich ihn erst am 15. Mai – nach zwei bereits in vollem Stundenumfang gearbeiteten Wochen). Ob das alles rechtlich einwandfrei ist, wird gerade von der Bundesagentur für Arbeit und von ver.di geprüft. Immerhin wird das Kurzarbeitergeld von UNSEREN Arbeitslosenbeiträgen gezahlt, von der Gemeinschaft also.

So schrecklich die Corona-Krise auch ist, umso erfreulicher ist eine Entwicklung innerhalb unserer Belegschaft: Es treten aktuell immer mehr Kolleg*innen in die Gewerkschaft ein! Bald sind es genug, um einen Betriebsrat zu installieren. Denn obwohl es mehrere Dutzend Mitarbeiter*innen gibt, konnte seit mindestens 15 Jahren niemand den Mut aufbringen, einen solchen zu gründen.

Rezession oder Rezension?

Diese Entwicklung hat aber bedauerlicherweise wahrscheinlich viel zu spät eingesetzt. Vermutlich wird es für die knapp einhundert Mitarbeiter kein Happy End geben, wenn das Geld für die Gehälter der Belegschaft knapper wird. In 2018 mussten dafür immerhin gut 3,5 Millionen Euro aufgebracht werden. Frustrierenderweise ist jedoch im Gegenzug der Betrag, den sich die wenigen Kommanditisten eingestrichen haben, von 1,3 Millionen in 2017 auf gute 1,5 Millionen in 2018 gestiegen. Davon lässt sich tonnenweise Fertig-Brühe kaufen. In Bio-Qualität. Aber zufriedene Mitarbeiter erzeugt dieses Missverhältnis eher nicht.

Ach ja, traurig ist diese Entwicklung schon. Aber wenn sich der Sohn des Verlegers öffentlich in einem TV-Format als »Verleger« himself präsentiert und einem Millionen-Publikum unfreiwillig offenbart, dass er den Unterschied zwischen »Rezension« und »Rezession« nicht kennt, dann nimmt es nicht Wunder, dass das Verlagshaus in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist. Immerhin hat der Gourmet bewiesen, dass er eine hervorragende Erbsensuppe mit Instant-Brühe zubereiten kann. Die Erbsen-Geschichte klingt zwar nach Groschenroman, ist jedoch nicht ausgedacht, sondern nachzuschauen beim Trash-Format »Das perfekte Dinner« bei Vox – und zwar genau hier. Keep it simple.

Wer sich ins Rampenlicht begibt, muss auch Buh-Rufe und Kritik aushalten. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Mein Fazit aus 22 Jahren Loyalität

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Geschichte veröffentlichen soll oder nicht. Meine kluge Immer-Freundin Andrea vom Reiseblog www.indigo-blau.de hat mir davon abgeraten. »So eine Wut kostet Dich zu viel Energie, die du besser auf deine Zukunft verwenden solltest. Und eigentlich bist du ja nur wütend auf dich selbst.«

Das ist wahr. Ich bin sogar sehr wütend auf mich selbst. Stinksauer bin ich, dass ich vor lauter Feigheit in all den Jahren nicht ein einziges Mal ernsthaft aufgemuckt und für meine Rechte gekämpft habe! Ich habe im Gegenteil stets beide Hände vor die Augen gehalten 🙈 und gehofft, dass alles gut wird und man die Qualität meiner Arbeit und mein unermüdliches Engagement erkennt und schließlich auch honoriert.

Aber so etwas passiert eben nicht von allein. Es wird nur gut, wenn du es selbst gut machst. Dein Leben selbst in die Hand nimmst. Dir nicht alles gefallen lässt! Dass mein Arbeitsschiff zu sinken scheint, wird es mir erleichtern, zu gegebener Zeit ins Beiboot zu springen und das Ruder eigenhändig zu übernehmen. Inzwischen habe ich Pläne für meine Zukunft. Und ich werde ohne Groll und ohne Häme an meine Zeit im Verlag zurückdenken.

Mit diesen Zeilen habe ich mich meiner Wut entledigt und werde verfahren, wie Konfuzius es rät: »Erzürne nicht, setze dich ans Ufer des ruhigen Flusses und warte, bis die Leichen deiner Feinde vorbeitreiben.«

Ich möchte diesen Beitrag all denjenigen Frauen widmen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen und alle Chancen haben, sich mit Verve und Engagement ein gleichberechtigtes und anständig bezahltes Dasein im Job zu erkämpfen. Ein Recht auf Rückkehr in Vollzeit gibt es für euch immerhin schon.

Claudia Stieglmayr

Ich schaue jetzt positiv in die Zukunft. Ich habe Pläne.

Welpenalarm! Das Hundebaby zieht ein

Ein Welpe zieht um – von Bayern nach Schleswig-Holstein

Etwa vier Stunden hatten wir uns und unsere Hunde mit der kleinen Vitesse bekannt gemacht, ehe wir aus Oberwarmensteinach im Fichtelgebirge in die neue norddeutsche Heimat nach Geesthacht bei Hamburg aufbrachen.

Ganz vorschriftsmäßig wurde der Welpe im ehemaligen Katzenknast verstaut und die Box auf der Rückbank angeschnallt. Unser elfjähriger Sohn sorgte dafür, dass die Kleine stets Kontakt zu ihm haben konnte. So konnte Vitesse sich ganz schnell beruhigen und die ersten zweieinhalb Stunden der Reise im Tiefschlaf hinter sich bringen. Auf einem Autobahnparkplatz legten wir dann eine kurze Rast ein.

Sicherheitshalber hatte ich der Hündin bereits in der Transportkiste eine Moxonleine umgelegt, sie dann auf dem Arm zur nächsten Grasnarbe getragen, wo sie sich dann auch sofort erleichterte. Schon bei diesem ersten »gemeinsamen Pinkeln« sagte ich das Kommandowort, welches ihr im späteren Leben bedeuten wird, was von ihr erwartet wird.

Unser Wort dafür ist »Piesch!«, man kann aber natürlich auch »Birne« oder »Machmal!« sagen. Damit der Welpe lernt, mit welchem Wort er mit welche Handlung ausführen soll, muss zunächst dieses für den Hund völlig bedeutungslose Wort (piesch) mit dem, was er gerade tut (pinkeln) verknüpfen. Dazu sollte man das Wort sagen, während der Lütte sich hinhockt. Wenn ihr das jedes Mal macht, wenn der Welpe pinkelt, dann wird das ganz schnell klappen. Auf diese Weise verfährt man übrigens mit allen Kommandos, die der Hund lernen soll. Während der Welpe sich also (von ganz allein!) hinsetzt, sagt man »Sitz!«, während er auf dich zurennt (aus eigenem Antrieb), sagt man »Komm!«.

Die ersten Nächte mit dem Welpen

Nach unserer Ankunft zu Hause und dem ersten Pieschen im Garten gab es erst einmal etwas zu Fressen. Das hatte ich schon am Vortag vorbereitet, sodass Vitesse ganz zügig ihre erste Mahlzeit verspeisen konnte.

Da wir ein sehr großes Haus haben, zeigten wir der Lütten erst einmal den Wohnbereich, den sie dann ganz vorsichtig und langsam erkundete. Hier stellte ich dann auch die Transportbox auf, die der Welpe ja schon von der Fahrt kannte. Geschlafen hat sie dann bei mir im Arm auf dem Sofa. Das hatte den Vorteil, dass ich den Welpen direkt raustragen konnte, als sie nachts um zwei unruhig wurde und pinkeln musste. Vom Schlafzimmer wäre der Weg womöglich zu weit gewesen…

So haben wir die ersten drei Nächte miteinander auf dem Sofa verbracht. In der vierten Nacht habe ich Vitesse nach dem mitternächtlichen Pinkeln in die Box gepackt und diese verschlossen vor mein Bett gestellt. Ein bisschen gejammert hat sie schon. Aber als ich ihr meine Finger hingehalten habe, hat sie sich ganz schnell beruhigt und sieben Stunden bis zum Morgen durchgeschlafen.

Was Vitesse sonst noch so erlebt hat

Freitag bis Sonntag: Garten und neue Menschen

Am ersten Tag waren wir nur mit ihr im Garten und haben für die richtige Balance von Action und Ruhe gesorgt.

Am zweiten Tag kam Besuch, den ich gebeten hatte, die drei großen Hunde doch lieber draußen zu lassen. Unser neuer Welpe ist nämlich viel schüchterner als Peanut und obendrein auch noch eine Woche jünger, als Peanut bei ihrem Einzug gewesen war.

Den ersten Ausflug außerhalb unseres Grundstückes machten Vitesse und ich die Straße entlang zu meiner lieben mütterlichen Freundin gemacht. Erika ist auf den Tag genau so alt wie meine Mutter und wahnsinnig tierlieb. Sie lebt allein und ist gerade in diesen Corona-Zeiten froh um jede Abwechslung.

Montag: die kleine Waldrunde

An Tag vier war die erste 1-Kilometer-Waldrunde dran. Damit Vitesse sich mehr mir anschließt als den beiden anderen Mädels, war ich mit ihr allein unterwegs. An der Leine führte ich sie nur bis zum Waldrand, denn verkehrssicher ist Vitesse natürlich noch nicht. Welpen muss man entgegen der weit verbreiteten Meinung NICHT anleinen! Sie folgen automatisch ihren Menschen, warum sollten sie auch nicht?! Tatsächlich gibt es für den Winzling (noch) keinen Grund abzuhauen. Die Jagd ist in der Entwicklung (Ontogenese) noch lange nicht dran, es ist alles fremd und unheimlich aufregend. Das lässt den Welpen dem Menschen als seine einzige Sicherheit intuitiv folgen. Diese Zeit der Bindungsstärkung sollte man unbedingt für sich nutzen, damit man später die schwierige Phase der Pubertät gut übersteht.

Fichtelhounds Vitesse erkundet unsere zukünftige Waldrunde.

Außerdem lernte Vitesse auch endlich mal jemanden in ihrer Größe kennen: den Langhaardackel-Senior Bruno, mit dem es sich schön spielen ließ.

Dienstag: die kleine Elb-Runde

Tag fünf stand die erste kleine Runde an die Elbe auf dem Stundenplan. Dabei lernte Vitesse die Australian Shepherds meiner Freundin Kirsten und den pubertierenden Hovawart ihres Freundes kennen. Das war für die Lütte viel zu viel Hund auf einmal, und sie hätte am liebsten Reißaus genommen. Wir mussten mit dem Weitergehen warten, bis sie sich zumindest ein kleines Bisschen entspannte. Das ist wichtig, damit so eine Hundebegegnung für den Welpen nicht unangenehm in Erinnerung bleibt.

Mittwoch: Ausflug mit Musha

An Tag sechs durfte Musha uns auf die kleine Waldrunde begleiten. Dort begegnete Vitesse einem sanften Colliemix, der ihre anfängliche große Besorgnis schnell zerstreuen konnte.

Der Plan: Jeden Tag soll Vitesse etwas Neues erleben, aber keinesfalls zu viel. So ein Welpe braucht viel Schlaf und Ruhe, um alles Erlebte zu verarbeiten.

Donnerstag: Der erste Besuch beim Tierarzt

Die erste Woche von Vitesse in ihrem neuen Zuhause endete mit einem Besuch bei unserer Tierärztin. Der zweite Impftermin ist zwar erst in der 12. Woche dran, aber es ist auf jeden Fall eine gute Sache, den jungen Hund schon mal vorher beim Veterinär vorzustellen, ohne dass etwas Schlimmes passiert.

Dabei übt sich gleichzeitig schon mal das Autofahren, denn bisher hatte ja nur die lange Tour aus dem Fichtelgebirge stattgefunden. Außerdem passte Vitesse noch in den Katzenknast, den sie kennt und in dem sie gern schläft. In drei Wochen könnte es dort zu eng sein…

Weil eine Autofahrt trotz vertrauter Kiste natürlich unheimlich ist, hatte ich meine liebe Musha mitgenommen, die außerdem wahnsinnig gern zu dieser Tierärztin geht und alle Menschen dort super findet. Sie ist einer der wenigen tierischen Patienten, die sich im Wartezimmer gemütlich auf dem Rücken räkeln und wirklich gern vor Ort sind. Normal ist das nicht. Aber schön. Und so strahlt natürlich auch etwas von dieser Ruhe auf die Lütte ab, wie man im Bild oben schön sehen kann.

Als wir nach dem Check (alles in bester Ordnung!) uns noch ein wenig unterhielten, rollte sich Vitesse auf dem Untersuchungstisch zusammen und schlief ein. So hatte ich mir das vorgestellt.

Claudia Stieglmayr

Knuddelalarm! Wir bekommen einen Welpen!

Nun ist es endlich so weit, unser Welpe zieht bei uns ein. Ein dritter Scandinavian Hound oder auch Europäischer Schlittenhund. Es ist eine Hündin, sie heißt »Fichtelhounds Vitesse« und stammt – wie meine beiden anderen Hündinnen auch – aus der kompetenten Züchterinnenhand von Sylvia Ulrich aus Oberwarmensteinach im Fichtelgebirge, wo sie die Villa Hundeinander betreibt.

Das ist Züchterin und Musherin Sylvia Ulrich inmitten der neun Welpen des V-Wurfes auf einer Wiese oberhalb der Villa Hundeinander.
So herrlich ist es bei Sylvia Ulrich im Fichtelgebirge. Diese Welpen sind gut vorbereitet
für das alltägliche Leben in ihren neuen Familien. Vielen Dank an www.melshundekram.com für das schöne Foto!

Vor der Adoption

Acht Wochen und zwei Tage ist die kleine Vitesse nun alt; entwurmt, geimpft, gechipt und bereit, von ihrer Mama und den Geschwistern getrennt zu werden. Welpen unter acht Wochen dürfen per Gesetz nicht abgegeben werden (§2 Absatz4 TierSchHuV), und das ist auch gut so.

Die kleine Fichtelhounds Vitesse mit sechs Wochen
Vitesse, sechs Wochen alt.

Idealerweise ist der Züchter nicht extrem weit entfernt, sodass man schon vorher Bekanntschaft mit dem Welpen machen und gleich die ersten Lebenswochen begleiten kann. Zwischen Sylvia und mir liegen leider mehr als 500 Kilometer, die fährt man nicht mal so leicht für eine kurze Stippvisite. In diesem Fall ist das nicht ganz so schlimm, weil diese erfahrene Züchterin (Vitesse und ihre Geschwister bilden immerhin den V-Wurf!) ohnehin erst nach sechs bis sieben Wochen entscheidet, welcher Bewerber welchen Welpen bekommt. Natürlich wurde zuvor besprochen, ob es ein Rüde oder eine Hündin sein soll, das ist ja eine klare, grundsätzlich zu treffende Entscheidung.

Peanut und Musha sind die Tanten der kleinen Vitesse und vier und neun Jahre alt.

Zwei leibliche Tanten von Vitesse leben schon bei uns. Das sind die schwarze Musha (9) und die bunte Peanut (4). Sie werden sich ganz bestimmt intensiv um den Nachwuchs kümmern. Musha sorgt mit ihrer gelassenen Art für Ruhe, und Peanut, unsere Knalltüte, für ausreichend Action. Eine perfekte Mischung. Die beiden kommen natürlich mit nach Franken, genau wie unsere Kinder (15 und 11 Jahre alt).

Der Umzug ins neue Zuhause

Die Ausrüstung

Was muss denn nun alles für den Welpen angeschafft werden? Tatsächlich ist das gar nicht viel. Wirklich wichtig sind nur vier Dinge, die vorhanden sein sollten, wenn der Welpe einzieht.

Und natürlich und vor allem Zeit und Geduld. Es wäre unverantwortlich zu glauben, dass der Welpe nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit acht Stunden allein zu Hause bleiben kann. Schön wäre es auch, wenn bereits im Vorfeld eine gute Hundeschule ausgesucht worden ist. (Lieber keine Hundeschule als eine schlechte!) Auch ein Tierarzttermin zum Durchchecken und Kennenlernen wäre sehr sinnvoll.

Musha und Peanut im Welpenalter
Musha und Peanut im Welpenalter. Jetzt sind sie neun und vier Jahre alt.

Ich habe sämtliches benötigte Equipment ohnehin zu Hause, Vitesse ist ja nicht mein erster Welpe. Allerdings habe ich mich beim Futterkauf danach gerichtet, was die Züchterin bislang gefüttert hat. Denn wenn sich schon sämtliche äußeren Umstände für das kleine Lebewesen ändern, dann soll es doch wenigstens das gleiche Futter sein.

Tatsächlich kann es ansonsten auch zu Durchfällen und Erbrechen kommen, denn bereits die totale Umstellung der Lebensumstände führt zu physiologischen Reaktionen, wie man sich vorstellen kann. Das gesamte Nervensystem meldet »Alarm«, der Sympathikus läuft auf Hochtouren. Der Spruch »Er hat Schiss« kommt auch nicht von ungefähr. Bei drohender Gefahr ist es für Säugetiere sinnvoll, sämtlichen Ballast abzuwerfen, um eine Flucht zu erleichtern…

Die Autofahrt

So schön es auch für alle Beteiligten sein mag, den Welpen während der Autofahrt auf dem Schoß zu halten und zu kuscheln – es ist nicht erlaubt. Hunde gelten nach §22 der Straßenverkehrsordnung als Ladung, und eine solche ist »so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.«

Wird man mit nicht gesicherter Ladung erwischt, drohen folgende Bußgelder:

TatbestandBußgeldPunkte
Tier nicht angemessen gesichert30 €
… mit Gefährdung60 €1
… mit Sachbeschädigung75 €1

So ist es also ratsam, den Welpen in einer Transportbox zu befördern. Ich habe noch eine von meinen Katzen, die passt für die Größe unseres Welpen perfekt. Diese Box schnallen wir auf der Rückbank fest, sodass einer von uns hinten sitzen und Kontakt zum Welpen halten kann. Unsere beiden »alten« Hündinnen wurden auch in dieser Kiste transportiert – und hatten kein Problem damit. Natürlich auch, weil Sylvia die Welpen super vorbereitet hat.

Die erste Nacht

Ja, nehmt das Baby mit ins Bett! Körperkontakt ist nicht nur völlig in Ordnung, sondern für das hochsoziale Tier Canis lupus forma familiaris sogar grundlegend wichtig. Stellt euch bitte vor, wie schlimm alles ohnehin schon ist: Eltern weg, Geschwister weg, Zuhause weg! Da soll ein so junger Welpe sich blitzschnell umorientieren und gleich in der ersten Nacht ganz allein schlafen? Das ist grausam.

Wer es sich partout nicht vorstellen mag, den Hund im Bett zu haben (ja, man kriegt ihn da langfristig auch grundsätzlich wieder raus, wenn in der Erziehung alles gut läuft!), der sollte wenigstens das Körbchen neben das Bett stellen und ab und zu beruhigend eine Hand hineinhalten. Alternativ kann man natürlich auch selbst umziehen und im Wohnzimmer beim Hund nächtigen.

Peanut liegt nach wie vor leidenschaftlich gern auf mir drauf. Wenn ich es erlaube.

Claudia Stieglmayr

Polizeiliches Führungszeugnis blitzschnell? Abgezockt!

Um meine Hundeschule zu reaktivieren, benötigte ich ein polizeiliches Führungszeugnis. Anstatt ins Rathaus zu gehen oder dort telefonisch zu erfragen, was ich tun muss, um eines ausgestellt zu bekommen, schlängelte ich mich mal eben schnell mit einer Suchmaschine durch das Internet. Es war schließlich Sonntag, und ich wollte diese lästige Notwendigkeit schnell abhaken. Eingegeben in die Suchzeile des Browsers habe ich: »Führungszeugnis online«. Ich war ja so schlau. Und hatte es eilig. Sehr dämlich das.

# Woher bekomme ich ein polizeiliches Führungszeugnis?

Als Toptreffer erschien – noch vor dem Bundesministerium für Justiz (BfJ)! – eine Anzeige von einer auf den ersten Blick seriös aussehenden Seite: www.dienstweg.info
Und auch die »wenigen Minuten« fand ich überzeugend. Also klickte ich drauf.

Sehr seriös und schlicht gehalten ist diese Seite. Vielleicht hätte ich schon stutzig werden sollen, dass das Menü nur einen einzigen inhaltlichen Punkt enthielt: »Führungszeugnis«. Aber ich hatte es ja eilig und dachte nicht weiter nach. Außerdem wies man bereits auf der Startseite auf das Bundesministerium hin… Das wirkte so beruhigend seriös. Und den Fehler im Seitenbanner (Ihrer Führungszeugnis) habe ich glatt übersehen.

Ich klickte also munter weiter und landete bei einer Eingabemaske. Na klar, so etwas kennt man ja auch. Alles so weit noch ganz normal. Dass man ausdrücklich auf sein Widerrufsrecht verzichtet, habe ich noch gelesen und irritiert festgestellt, dass der Button zum Bezahlvorgang erst dann aktiv wird, wenn man das Kästchen angeklickt hat. So ein Verzicht hat nämlich nur Rechtsgültigkeit, wenn der Kunde AKTIV (durch den Klick) auf das Widerrufsrecht verzichtet. Und natürlich ist diesem Anbieter klar, dass vermutlich ALLE Kunden vom Widerrufsrecht gebrauch machen würden, wenn sie bemerken, dass sie keineswegs das bekommen haben, was sie wollten…


So habe ich also aktiv klickend auf mein Widerrufsrecht verzichtet und per Sofortüberweisung gezahlt. Die Summe von 13 Euro entsprach ja auch den tatsächlichen Gebühren, die erhoben werden, wenn man im Rathaus ein polizeiliches Führungszeugnis beantragt. Sehr schlau eingefädelt vom Anbieter dieser Seite.

# »Online-Wegweiser zu Ihrem Führungszeugnis«

Ich habe auch etwas zum sofortigen Download bekommen: Nämlich den »Online-Wegweiser zu Ihrem Führungszeugnis«. Genau wie es dort stand, nicht aber wie ich es erwartet hatte. Erwartet hatte ich, dass ich durch den Antragsprozess geleitet werde und mir schließlich ein polizeiliches Führungszeugnis ausgestellt wird. Bekommen habe ich ein drei Seiten umfassendes Dokument im pdf-Format, in dem steht, wie man diesen Antrag online stellt. Beim Bundesministerium für Justiz.

Großer Applaus für dienstweg.info für betrügerische Schläue! Die 13 Euro Lehrgeld schaden mir gar nichts, finde ich. Reingefallen. Natürlich kann man nicht »mal eben schnell online« so ein offizielles Dokument beantragen. Es geht zwar tatsächlich auch über das Internet, aber dafür muss der Personalausweis für die Online-Ausweisfunktion freigeschaltet sein. Dieser Online-Antrag kann ausschließlich hier beim Bundesministerium für Justiz gestellt werden.

# Aus Schaden wird man klug

Nun habe ich mich also einen Tag lang geärgert und dann doch im heimischen Bürgerbüro angerufen. Wenige Minuten später hatte ich schließlich den Antrag auf ein polizeiliches Führungszeugnis gestellt.

Was dafür nötig ist, will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

# So einfach beantragst du ein polizeiliches Führungszeugnis:

1. Schreibe eine formlose E-Mail an dein zuständiges Bürgerbüro oder die Stadtverwaltung. Darin formulierst du den Grund deines Antrages und nennst die Adresse, an die es geschickt werden soll. (Bei mir war es das Kreis-Veterinäramt)

2. Eine Kopie des Überweisungsformulars über die anfallende Gebühr von 13 Euro packst du als pdf-Dokument in den Anhang, ebenso eine Kopie deines Personalausweises.

Um solche Kopien zu erstellen, musst du weder in den Copy-Shop rennen, noch brauchst du ein teures Kopiergerät. Eine kostenlose App wie zum Beispiel das kostenlose Scanbot reicht völlig aus. Das benutze ich und bin zufrieden. Hier findest Du auch eine Liste von empfehlenswerten Scan-Apps für dein Smartphone: CHIP

Das war schon alles. Deine Behörde schickt dann das Dokument an die gewünschte Stelle. Fertig.

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